19.10.2014

Das Bedürfnis nach Ordnung (oder: Wie bei uns das Aufräumen klappt)

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Das Bedürfnis nach Ordnung entdecke ich bei ihr sehr oft während sie spielt. Sie baut aus Bausteinen leidenschaftlich hohe Türme und legt andere mit größter Sorgfalt nebeneinander hin.


Sie baut Treppen, ordnet die Bausteine zu Mustern und die Dominosteine zu einer Art Rechteck (und singt dabei ihre Lieblingslieder).


Aber auch im Alltag hat sie das Bedürfnis nach Ordnung. Wenn sie Sachen nicht auf ihrem Platz vorfindet oder wenn ich einen Gegenstand zweckentfremde, runzelt sie ihre Stirn und murrt. Sie hält sich an genaue Handlungsabläufe (wie zum Beispiel beim Händewaschen) und Rituale (etwa beim Baden und Zubettgehen) und ich merke, wie ungeheuer wichtig Beständigkeit für sie ist. Zu wissen, dass alles seinen Platz und seine Ordnung hat, gibt ihr so viel Sicherheit. Eine äußere Ordnung lässt sie sich stärker, größer und unabhängiger fühlen. Und tatsächlich ist sie es dadurch auch.


"Die Ordnungsliebe des Erwachsenen ist völlig anderer Art und entspringt auch anderen Motiven. WIR wollen unsere Umgebung ordentlich haben, weil das angenehm und nützlich ist. Das Kind aber BRAUCHT die Ordnung, weil es mit Hilfe der Elemente seiner Umwelt sich selbst aufbaut. Der Ordnungssinn ist von allem Anfang an da. Dieser innere Ordnungssinn aber verlangt als eine Art Unterstützung die stabile Ordnung der Dinge außerhalb." - Edwin Mortimer Standing, Maria Montessori: Leben und Werk


Seit gut 4-5 Wochen holt sie sich, nachdem sie sich für ein Material entschieden hat, automatisch auch einen kleinen Teppich zum Spielen. Wenn sie genug vom Material hat, räumt sie es samt Teppich auch wieder zurück. Früher hätte ich mir nie gedacht, dass so ein kleines Kind zu so etwas fähig wäre. Und das sogar so selbstverständlich.


Den Montessori-Pädagogen aus ihrer Kinderkrippe habe ich wirklich viel zu verdanken. Sie sorgen für eine übersichtliche und hübsche Umgebung und begleiten meine Tochter jeden Tag mit viel Geduld, Respekt und Vertrauen. Es ist kaum zu übersehen, wie viel es bei ihr bewirkt, so dass wir drauf achten, dies auch zu Hause ähnlich zu handhaben:

  • Um ihr einen besseren Überblick zu verschaffen, reduzierten wir ihre Spielsachen erheblich.
  • Diese sortierten wir in Körbchen, Schälchen und Tabletts und stellten sie übersichtlich auf ein niedriges Regal. So konnte sie sofort sehen, welche Spielzeuge dort stehen und diese einzeln vom Regal nehmen (und zurücklegen).
  • Spieleteppiche sind unglaublich praktisch! Ich möchte sie wirklich jedem wärmstens empfehlen! Sie schaffen eine klare Abgrenzung des Spielbereiches, so dass ich sehe, wo meine Tochter gerade spielt und ausweichen kann um sie nicht zu stören. Abgesehen davon liegen, dank dieser Teppiche, selten Spielzeugteile in der Wohnung herum.
  • Wie sie die Teppiche aufrollen kann, wurde ihr in der Kinderkrippe gezeigt. Auch die 2 kleinen Löcher an den Seiten, die beim Aufrollen entstehen. Das hat sie fasziniert! Seitdem achtet sie ganz genau beim Aufrollen auf diese Löcher und so gelingt es ihr auch um einiges besser.
  • Als sie noch viel jünger war, aber auch jetzt, wenn sie keine Lust hat aufzuräumen, nehme ich sie sanft an der Hand, führe sie zum Material und räume mit ihr gemeinsam alles weg. Manchmal machen wir sogar ein kleines Spiel daraus: dann legen wir die Bausteine abwechselnd in den Korb zurück.

Ich bin unendlich froh, Montessori für mich entdeckt und unser Zuhause auf diese Art eingerichtet zu haben. Sonst hätte ich wohl kaum erfahren, wie bedeutend bereits kleine Änderungen in der Umwelt eines Kindes sein können!

10.10.2014

Spielidee der Woche: Das Anlaut-Spiel

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Sie spricht immer öfters über Buchstaben und fordert uns auf, diese laut zu "sagen", egal, wo wir uns auch gerade befinden. Wenn sie ihre Buntstifte ausräumt, verkündet sie heiter, dass sie jetzt ein Bild "schreiben" wird. Seit Wochen beobachte ich bei ihr dieses Interesse und freue mich umso mehr, dass sie nächstes Jahr das Kinderhaus besuchen wird.

Es gibt ein nettes Anlaut-Spiel für so junge und bereits an Buchstaben interessierte Kinder, das man praktisch überall spielen kann. Das Spiel ist einfach und hilft den Kindern, die Laute in einem Wort bewusster wahrzunehmen.

Als ich ihr das Spiel zum ersten mal zeigte, bereitete ich nur drei, ihr bereits bekannte Gegenstände in einem Korb vor: ein Schneckenhaus, eine Bürste und eine Feder. Ich wählte bewusst solche Objekte, bei denen die Anlaute unterschiedliche Klänge hatten, also "sch", "f" und "b". Ähnlich klingende, wie zum Beispiel "b" und "p" oder "d" und "t" versuchte ich zu vermeiden.

Wir nahmen uns einen kleinen Teppich, stellten den Korb darauf und machten es uns auf dem Boden bequem. Dann begann ich das Spiel: Ich suche etwas, das beginnt mit "sch". Ich lies ihr Zeit meine Worte zu verstehen und wollte schon fortsetzen "Schneckenhaus, das habe ich gesucht" als sie zum Korb griff und mir das Schneckenhaus entgegenstreckte. Ich war sehr überrascht, wie schnell sie den Dreh heraus hatte und setzte gespannt fort: Ich suche etwas, das beginnt mit "b". Sie überlegte wieder, nahm dann die Bürste und reichte sie mir.  Und so auch die Feder beim "f". 


Das Spiel gefiel ihr so gut, dass sie mich am nächsten Tag bat, es erneut zu spielen. Doch sie verstand das Spiel so schnell dass ich diesmal sechs ihrer Schleich-Figuren aussuchte und sie in eine Schale legte. Sie stellte diese auf und schaute mich erwartungsvoll an. Also begann ich: Ich suche ein Tier, das beginnt mit "sch" und genau wie am Tag vorher, fand sie ganz schnell heraus, welches Wort damit gemeint war. Außer beim Hund und dem Pony erkannte sie jeden anderen Anlaut ziemlich schnell. Ich hätte, um ehrlich zu sein, gar nie gedacht, dass so ein einfaches Spiel ihr so viel Freude bereiten würde und dass sie Anlaute von Worten so bewusst und geschickt wahrnehmen kann.


Stufe 1
Wenige, maximal 3 Gegenstände aussuchen die das Kind bereits gut kennt und die unterschiedlich klingende Anlaute haben, wie zum Beispiel einen Apfel, eine Birne und eine Orange. Wenn das Kind zu Beginn des Spieles Schwierigkeiten hat die Anlaute den Objekten zuzuordnen, ist es vielleicht besser, nur mit einem Objekt anzufangen und die Anzahl langsam zu erhöhen.

Stufe 2
Wenn das Kind mit nur drei Objekten nicht mehr so konzentriert mitmacht, kann die Anzahl der Gegenstände erhöht werden. Ich  nahm die Schleich-Figuren, da diese hier sehr beliebt sind, es könnten aber auch diverse andere Dinge aus dem Alltag des Kindes mit unterschiedlich klingenden Anlauten sein.

Stufe 3
Die Herausforderung beim Zuordnen der Anlaute zu den Objekten kann mit der Zeit (Wochen oder sogar Monate später!) gesteigert werden. Dabei können Kinder nicht nur aus einem Korb, sondern im Raum nach mehreren Gegenständen mit denselben Anlauten suchen: Ich suche viele Dinge, die beginnen mit "e".

Stufe 4
Eine Fokussierung auf die Endung eines Wortes kann den Spaßfaktor erneut erhöhen. Drei oder vier Gegenstände mit demselben Anlaut aber völlig unterschiedlichen Endungen, wie etwa Schnecke, Schwamm und Schlüssel in einem Korb bereit stellen und losstarten: Ich suche etwas, das endet mit ...

01.10.2014

Auf ihrem Regal (33 Monate alt)

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Sie wird bald 3 Jahre alt und diese bedeutende Alterswende macht sich bereits jetzt bemerkbar. Sie ist reifer, konzentrierter und beobachtet ihre Umgebung viel bewusster als früher. Sie soll ab nächsten Herbst das Kinderhaus besuchen und deshalb versuche ich es nach wie vor zu vermeiden, Kinderhausmaterialien zu Hause einzuführen. Ich möchte nicht, dass diese Materialien ihren Anreiz für die Kinderhauszeit verlieren.

Sie ordnet und strukturiert gerne und seit einigen Wochen zeigt sie ein großes Interesse für Zahlen. Mit Freude übt sie auch die Geschicklichkeit ihrer Schreibfinger. Für mich alles Zeichen dafür, dass sie sehr bald kinderhausreif wird. Daher bemühte ich mich, ein paar neue oder aber auch ein paar alte Materialien wieder auf ihr Regal zu stellen.


1./ Seit ein paar Wochen interessiert sie sich mehr denn je für Zahlen. Mengen von 1, 2 und 3 erkennt und benennt sie bereits und das wunderbarste daran ist, dass sie diese ganz alleine herausgefunden hat. Nun scheint sie mehr über Zahlen erfahren zu wollen, daher besorgte ich ihr das Buch über die Zahlen und stellte erneut die Dominosteine auf ihr Regal. Bisweilen ordnete sie Farbe zu Farbe und wenn wir die Steine nun gemeinsam auslegen, erwähne ich auch die Anzahl der farbigen Punkte. Ihre neueste Entdeckung ist die Zahl Null. Dass auch der Stein ohne Punkte einen Namen hat, fasziniert sie ungemein. Dieses Dominospiel ist ein Mitbringsel aus Thailand, ähnliche fand ich aber hier und hier im Internet.

Ansonsten spielen wir mit den Zahlen im Alltag, wann immer es gerade passt. Wir zählen die Teller auf dem Esstisch ab, unsere Gliedmaßen oder unsere Bücher. Auch verstecke ich die Zahlen in gewöhnlichen Sätzen, wenn sie zum Beispiel den Tisch deckt: "Bitte hole auch noch 3 Servietten!"


2./ Vor gut einer Woche hat sie ein "echtes" Bett bekommen. Sie ist wirklich viel gewachsen, es war  also Zeit, sie vom floor bed in ein Kinderbett zu übersiedeln. Wir bauten das gute Stück zu dritt zusammen und sie steckte die Schrauben voller Konzentration und Hingabe wo immer sie reinpassten, hinein. Am nächsten Tag suchte ich im Abstellraum 5 unterschiedlich große Schrauben und dazu passende Schraubenmuttern und richtete ihr alles in einer Schale und auf einem Tablett her.


In den ersten Tagen ordnete sie zu den Schrauben die passenden Muttern und räumte das Material wieder weg. Als ich merkte, dass ihr das nun zu wenig wurde, sagte ich zu ihr, dass ich ihr was neues zeigen möchte und fing an, auf die große Schraube die passende Mutter langsam darauf zu schrauben. Sie war so fasziniert, dass sie dies danach gut 30 Minuten lang selbst probierte. Und gestern ist es ihr zum ersten Mal gelungen, alle Schraubenmuttern auf die Schrauben zu drehen, worauf sie mit Funkeln in den Augen und begleitet von einem breiten Lächeln aufschrie "Ich hab's geschafft! Ich hab's geschafft!"



3./  Dieses Schattenspiel bastelte ich ihr vor gut zwei Wochen und es scheint ihr wirklich gut zu gefallen. Ich wurde von einer netten Leserin gefragt, ob man diese Karten irgendwo kaufen oder ausdrucken könnte. Nun, leider nicht, aber es lohnt sich wirklich diese selbst zu zeichnen. Erstens, weil die Gegenstände ganz individuell sind, je nach dem, was das Kind bereits kennt und zweitens, weil man beim Zeichnen selbst auf vieles draufkommt.


4./ Das Naturtablett mit ihren kostbaren Schätzen und dazu die große Lupe, die ihr besonders viel Freude bereitet. Wir sammeln oft Nüsse, Kastanien, große  und kleine Blätter, Federn sowie Tannenzapfen und Stöcke bei unseren Spaziergänge, die dann in diesen Korb hineinkommen und genau untersucht werden.

Die Lupe ist für sie ein sehr spannendes Gerät. Oft begutachtet sie damit mein Gesicht, schaut in mein Ohr hinein und fordert mich sogar auf, meine Zunge herauszustrecken.

 
5./ Unsere Wohnung ist nicht allzu groß und obwohl sie in der Kinderkrippe viel Bewegung an der frischen Luft hat, merke ich, dass ihr das an manchen Tagen nicht ausreicht. Wir gehen natürlich viel spazieren, wo sie liebend gerne von großen Steinblöcken und Baumstämmen herunterhüpft, aber die feuchten und regnerischen Herbsttage verbannen uns immer öfters in die eigenen vier Wände.

Dieses Hüpfspiel macht nicht nur Spaß, es hilft auch die Bewegungskoordination zu erproben. Dazu habe ich einen Fleckerlteppich genommen, an der Unterseite einen Rutschstopp angenäht (fast so groß, wie der Teppich), ein Seil, so lang wie der Teppich breit ist und 2 Kreise aus dickem Filzstoff und alles in einem Korb bereitgestellt. Sie kann sowohl das Seil als auch die Kreise beliebig platzieren und einfach über das Seil, von Kreis zu Kreis hüpfen.


6./ Diese selbstgeschnittenen Bausteine, Holzscheiben und die Bauelemente von einem Jenga-Spiel sind hier ein Dauerbrenner. Sie baut daraus Türme, Treppen oder legt verschiedenste Muster aus. Sie sortiert diese nach Farbe oder Form, reiht sie an oder baut sie als Ergänzung zum Lillabo-Zug dazu.

7./ Ein Korb mit Haarspangen, ein kleiner Spiegel und ein Haarkamm, damit sie ausreichend Zeit hat zum Üben. In der Früh würde sie gerne die Spangen selbst in ihr Haar stecken, dies gelingt ihr aber nicht so recht, abgesehen davon fehlt uns die Zeit dazu. Nicht so am Nachmittag. So findet sie alles an, was sie zum Üben braucht.


8./ Sie liebt es, diesen Holzkreisel beim Drehen zu beobachten und plötzlich anzuhalten. Obwohl sie mich immer wieder bittet, den Kreisel ganz schnell zum Drehen zu bringen, macht sie auch selbst Versuche ihn zum Drehen zu bringen. Ich bin sehr gespannt, ob sie sich nun mehr zutrauen wird, nachdem sie ja mit den Schrauben so ein Erfolgserlebnis hatte.

9./ Der geheinisvolle Beutel ist zwar ein Kinderhausmaterial, aber eines, das man beliebig variieren kann und somit seinen Anreiz bewahrt. Sie mag es sehr, wenn wir ihr beim Ertasten des Inhalts Gesellschaft leisten, daher bin ich gerade dabei, eine andere Variante zu nähen.

21.09.2014

Ein Schattenspiel und die Freiheit sich zu irren

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Neulich habe ich ihr ein Schattenspiel gebastelt, bei dem Gegenstände in unterschiedlichen Formen und Größen ihren Schattenabbildungen zugeordnet werden müssen. Dazu nahm ich große Papierkarten, einen schwarzen Permanentmarker und einen Korb mit einigen Gegenständen aus ihrem Alltag von denen ich die Schattenbilder auf den Kärtchen abgebildet habe.


Sie legte die Karten auf dem Boden aus und suchte aus dem Korb die passenden Gegenstände heraus. Sie kannte das Prinzip schon und fragte daher gar nicht nach Hilfe.


Ich liebe diese Idee! Sie ist so simpel und dennoch so sinnvoll! Da die Gegenstände keine auffallenden Farben und Muster aufweisen, wurde sie beim Zuordnen nicht von diesen unnötig abgelenkt. Die Formen und Größen wurden so jedoch deutlich ersichtlich, was ihr bei der "Paarsuche" vom konkreten zum abstrakten Bild viel geholfen hat. Ich war gespannt, ob sie mit so vielen Gegenständen und Schattenbildern zurechtkommt, doch das tat sie tatsächlich. Ich glaube, ich werde sogar noch ein paar Karten anfertigen müssen. Es hat ihr so viel Spaß gemacht, dass sie später alles einsammelte und von vorne mit dem Auslegen begann.


Beim Zeichnen der Schattenbilder achtete ich auf Genauigkeit, damit sie die Möglichkeit auf eine Fehlerkontrolle hat. Bei der Kreisscheibe und der Kugel sind beide Schattenbilder jeweils ein Kreis und ich war sehr gespannt, ob sie den Größenunterschied dieser beiden entdeckt. Beim ersten Versuch legte sie die Holzkugel auf die Karte mit dem größeren Kreis, aber als die Holzscheibe an der Reihe war, merkte sie, dass hier etwas nicht stimmen konnte. Ich mischte mich nicht ein, beobachtete jedoch das Geschehen weiter.

"Sage nie einem Kind, dass es etwas falsch oder schlecht gemacht hat. Biete dem Kind bei nächster Gelegenheit wieder dieses Material/diese Aufgabe an, bis es selbst am Material/an der Aufgabe seinen Fehler merkt und korrigiert. Wer Fehler macht, hat meistens schon eine Innenansicht davon, wie es richtig sein müsste." - Herbert Hasler/Hans-Dietrich Raapke

Sie überlegte eine Weile und tauschte schließlich die Holzkugel mit der Holzscheibe aus. Hätte sie diesen Irrtum nicht entdeckt, so hätte ich mich auch nicht eingemischt. Früher zog sie auch ihre Schuhe versehentlich verkehrt an und bis heute passiert es gelegentlich, dass sie umgekehrt in eine Hose hineinschlüpft. Doch ich finde, Fehler sind keineswegs schlecht, im Gegenteil. Sie machen enorm viel Sinn. Für mich bedeuten sie den Fortschritt, den Prozess selbst. Vor allem, wen man die Gelegenheit hatte, Fehler für sich selbst zu entdecken.

16.09.2014

Ohne Worte

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"Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es können." - Konfuzius


Meistens hilft sie mir die Socken zusammenzulegen indem sie die Paare findet die ich dann zusammenstecke. Sie hat mir beim Zusammenstecken immer gerne zugeschaut, aber ich sagte ihr nicht, wie das geht, sondern machte lieber langsamere und deutlichere Bewegungen.


Gestern hat sie es dann selbst ausprobieren wollen und versuchte es gleich mit mehreren Socken so lange, bis ihr es gelang, ein Sockenpaar zusammenzustecken. Sie schrie mit einem breiten Lächeln im Gesicht auf: "Schau, Mama! Ein Sockenball!" und steckte gleich auch die restlichen Socken zu Bällen zusammen.


Ich weiß, es wirkt banal, für sie war das allerdings eine ganz große Sache.


12.09.2014

Bücher, die wir lesen

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In den letzten Tagen hat es uns Mädels ordentlich erwischt. Wir hüteten mit hohem Fieber mal die Couch, mal das Bett und verbrachten neben dem Schlafen viel Zeit mit unseren allerliebsten Büchern.


Im Buchkorb meiner Tochter liegt seit einigen Wochen das Buch Der Wolf aus der Rieder Tierkinderbücher-Serie. Eine Geschichte von Gaia Volpicelli über Wölfe und ihre Lebensweise auf 10 Seiten mit wunderschönen Illustrationen von Patrizia La Porta. Die Texte sind einfach und kurz, dennoch sehr informativ. Ein kleines aber wirklich feines Kinderbuch von dem wir uns definitiv die ganze Serie zulegen werden. Ebenfalls von dieser Serie bereits erschienen sind: Das Chamäleon, Der Vogel Strauß und Der Frosch.


Da sie unterwegs gerne Spuren sucht und seit dem Sommer nur über Schnee redet und gerne solche Lieder singt, bestellte ich ihr das Buch Welches Tier lief denn hier? von Björn Bergenholtz. 


Zwei Kinder begeben sich auf eine Abenteuertour und entdecken dabei Tierspuren im Schnee. Dazu werden auch die Tiere und ihre Lebensweisen vorgestellt, wobei die Texte zurzeit noch etwas zu lang erscheinen und wir meistens nur bis zum ersten Absatz vorlesen. Was mir aber am allermeisten an diesem Buch gefällt ist, dass die Spuren in Originalgröße dargestellt werden.


Es passt gerade noch in ihren Bücherkorb, wobei es oft gar nicht drinnen ist: das Riesen-Leporello-Buch Rate, wer ich bin. Wir haben das Buch nur am Anfang gemeinsam angeschaut, damit sie weiß, wie die Tiere heißen. Sie hat noch nicht alle aus dem Buch gekannt. Mehr Text, als die Namen der Tiere gibt es aber in diesem Buch nicht, dafür aber ganz viele spannende Bilderrätsel.


Durch Fellmuster der unterschiedlichen Tiere, Schattenbilder sowie durch einzelne Körperteile sind die Tiere zu erraten und zu bestaunen, denn die Illustrationen sind einfach wunderschön! Wir haben auch bereits aus dieser Serie das Buch Weiß du, wer ich bin? über Vögel.


Wo sich Tiere wohlfühlen von Otmar Grissemann liegt erst seit ein paar Tagen in ihrem Korb. 


Die Texte geben einfache Informationen über interessante Tiere und ihre Lebensräume, die von kunstvollen Illustrationen vom Autor untermalt werden. Ein wunderschönes Buch für Kleinkinder!


Sie erkennt und zählt Mengen bis 3 ganz genau ab und spricht oft über Zahlen, auch über solche, die sie noch gar nicht erfassen kann. Ich war mir bisweilen nicht ganz sicher, aber ich beschloss letztendlich, ihr ein Buch über Zahlen zu besorgen. Da sie bereits das Buch über das Wetter von Meyers kleiner Kinderbibliothek hat und es uns sehr gefiel, kaufte ich aus der gleichen Serie eines über Zahlen. Die Serie finde ich wirklich toll. Die Texte sind kurz, die Bilder nicht zu wimmelig und die Folien zum Umblättern sorgen für viel Überraschung und Spaß.

07.09.2014

Unsere Lieblingsausstattung rund um den Haushalt

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Aufgaben wie Wäsche aufhängen, Aufkehren oder Geschirrabwaschen können meine kleine Tochter mit ganz viel Stolz erfüllen. Es entsteht dabei natürlich gelegentlich eine größere Unordnung als bereits vorher war, aber die Tatsache, dass sie mithelfen darf und ihr eine wichtige Aufgabe anvertraut wurde, gibt ihr das Gefühl fähig zu sein und dazuzugehören. Damit sie im Haushalt wirklich mithelfen kann, achte ich darauf, dass Besen, Wäscheständer, Körbe, Bürsten und Schürze von guter Qualität sind und gut funktionieren. Sie sollen für echte Arbeit brauchbar und für meine kleine Tochter jederzeit zugänglich sein.

1. Holzbesen für Kinder. Er ist klein und leicht und somit gut geeignet für kleine Hände. Bei uns hängt er auf einem für sie erreichbaren Hacken neben der Schürze und wird bei jeder Gelegenheit mit viel Freude eingesetzt (gekauft: hier). Mit so einem Besen kehren zu können ist ein langwieriger Prozess und auch bei ihr schaut das eher nach Verteilen als nach Sammeln aus, aber der Besen und das Aufkehren machen ihr Spaß. Vor kurzem habe ich eine kleinere Variante in einem Montessori-Onlineshop entdeckt (hier), sogar vor Ort angeschaut und kann ihn ebenso empfehlen.

2. Kehrblech aus Metall und Handfeger. Mit diesen Utensilien geht sie ziemlich geschickt um, wobei es für sie eine große Herausforderung ist, beim Fegen das Kehrblech leicht anzuheben. Ich habe ihr ein weißes Kehrblech besorgt, damit sie den Schmutz besser sieht (gekauft: Kehrblech hier, den Handfeger hier).


3.  Ein kleiner Emaille Eimer mit Holzgriff. Ein wirklich vielseitiges Utensil. Praktisch beim Tisch waschen, im Garten um Blätter zu sammeln oder um diverse andere Sachen zu transportieren (gekauft: hier).

4. Bodentuch aus Baumwolle in kindgerechter Größe. Bereits mit 18 Monaten wischte sie gerne Wasser vom Boden auf, heute holt sie das Tuch selbst, wenn etwas ausgeschüttet wird. Ich habe ein ganz normales Bodentuch für sie handlicher zugeschnitten. Beim oben erwähnten Montessori-Onlineshop sah ich solche Tücher aus Baumwolle für Kinder in passenden Größen (hier).

5. Ein kleines Stück echter Schwamm. Er ist um einiges weicher und flauschiger als die Kunststoffschwämme und fühlt sich daher auch viel angenehmer an. Abgesehen davon ist er nachhaltig und saugt Wasser wunderbar auf. Damit wäscht meine Kleine ihren Tisch ab oder verwendet ihn auch beim Geschirrabwaschen (gekauft hier).


6. Schürze zum Hineinschlüpfen. Ich habe ihr beim Möbelschweden eine Kinderschürze mit Klettverschluss besorgt, seit dem aber meine Kleine sich so gut wie ganz alleine anzieht, sind wir mit dieser Schürze ständig auf Kriegsfuß. Sie kann diese ohne unsere Hilfe nicht anziehen, da die Bänder hinter dem Rücken und im Nacken zusammengeheftet werden. Ich suchte und fand eine andere Lösung, eine Schürze zum Hineinschlüpfen und nähte ihr gleich eine aus Baumwolle. Für den Halt sorgen 2 breite Gummieinsätze an der Taile. Vom Schnitt her ist sie zwar etwas gewöhnungsbedürftig, meine Kleine kann aber diese Schürze endlich selbstständig an- und ausziehen (wasserdichte Varianten erhältlich hier oder auch hier).


7. Holztablett mit Griff für ein erleichtertes Tragen. Sehr praktisch, nicht nur fürs Kinderzimmer. Perfekt auch um mehrere Werkzeuge gleichzeitig zu tragen oder diese während der Arbeit abzulegen. Wir verwenden solche auch in der Küche oder aber auch beim Putzen (erhältlich hier und hier, aber auch hier).

8. Gemüsebürste. Alles was mit Wasser zum tun hat, zieht sie magisch an. Geschirr- oder Gemüsewaschen sind daher ihre Favoriten in der Küche (gekauft: hier).

9. Staubtücher, die ich, wie die die Bodentücher für sie zugeschnitten habe. Ich bevorzuge weiße oder zumindest ganz helle Tücher, wo man den Staub wirklich gut erkennen kann. Das macht ja das Staubwischen für sie erst so richtig spannend.

10. Spülbürste. Geschirr abzuwaschen ist eine ihrer Lieblingsaufgaben im Haushalt. Sie experimentiert dabei gerne mit dem Wasser, gießt und schüttet und schrubbt das Geschirr ganz schaumig bis das Wasser bereits kalt wird. Daher besorgte ich ihr hier eine schöne Spülbürste aus Rosshaar und mit einem Holzgriff. Sie geht dabei mit der Bürste ziemlich geschickt und mit dem Geschirr sehr behutsam um. Neben der Wanne bereitete ich ihr auch einen Platz mit einem Abtropfgestell und einem Metallkorb vor, wo sie das Geschirr zum Trocknen abstellen kann.


11. Wäscheständer aus Holz. Wäscheaufhängen kennt sie bereits aus ihrer Kinderkrippe und macht es auch zu Hause liebend gerne. Ich bin so froh, damals diesen Wäscheständer gefunden (hier) zu haben. Er ist robust und dennoch leicht, lässt sich einfach auf- und wieder zusammenklappen und auch die Größe passt wunderbar.

12. Wäschekorb für Kinder. Ich wollte ihr schon seit geraumer Zeit einen Wäschekorb besorgen und fand diesen hier. Von der Größe her passt er ganz toll, sie kann ihn mit beiden Händen heben und tragen.

13. Nostalgie Wäscheklammern. Die Wäscheklammern mit Feder konnte sie nur mit viel Mühe bedienen, was ihr den Spaßfaktor beim Wäscheaufhängen oft hemmte. Ich besorgte ihr diese Nostalgie-Wäscheklammern, die auf die aufgehängte nasse Wäsche einfach nur draufgesteckt werden. Diese machen ihr eindeutig mehr Freude, sie steckt alle einzelnen darauf, mit oder ohne Wäsche (gekauft: hier).


Bildquellen: Kehrset, Besen, Eimer, Bodentuch, Schwamm, Schürze, Holztablett, Gemüsebürste, Staubtuch, Spülbürste, Wäscheständer, Wäschekorb, Wäscheklammer

02.09.2014

Echte Arbeit und dieses bestimmte Gefühl

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Gestern haben wir gemeinsam Palatschinken zubereitet. Ich maß die Zutaten ab aber sie mischte diese bei ihrem Tisch zusammen. In der Küche hat sie in einer Schublade ihre eigenen Kochutensilien und ist ganz glücklich, wenn sie die Gelegenheit hat, diese zu benutzen. Sie liebt es, Palatschinken und Kuchen zu backen, Salat und Jause zuzubereiten oder das Panieren und so nimmt sie bei jeder Gelegenheit ihre Schürze vom Hacken und sucht die passende Schüssel und Werkzeuge in ihrer Lade. Sie liebt diese Aufgaben. Dieses Gefühl, etwas Nützliches zu leisten, etwas Wichtiges beizutragen macht sie unglaublich stolz und befriedigend.

"Praktische Arbeit hat einen hohen gesellschaftlichen Wert. Durch sie erhalten Kinder das Leben in ihrer Umgebung aufrecht und machen sich anderen nützlich. Sie spüren, dass sie gebraucht werden und entwickeln ein Gefühl der Verantwortung für die Umgebung, in der sie leben und handeln."


Es ist aber auch dieses großartige Gefühl, zu etwas fähig zu sein. Das Vertrauen in sich selbst, eine Herausforderung alleine meistern zu können. Ich liebe es, sie dabei zu beobachten, wenn sie selbsttätig ist und zu spüren, wie bei ihr dieses gewisse Gefühl von Mal zu Mal wächst.

"Nimmt man aktiv am Alltag teil, steigert sich dadurch das Selbstwertgefühl. Die Teilnahme verwandelt Kinder von Konsumenten in Produzenten. Die wichtige Grunderfahrung, die Umwelt nach eigenen Vorstellungen verändern zu können, pflanzt ihnen das bleibende Gefühl ein, etwas wert zu sein. Die Empfindung 'Ich bin etwas wert' verknüpft sich mit der zuvor schon gemachten Erfahrung 'Ich kann etwas tun', und beide verbinden sich zu dem Gefühl, zu sinnvoller Arbeit in der Lage zu sein." 


"Dieses innere Gefühl sagt einem, dass man sich auf seine Fähigkeiten verlassen kann, und gründet auf der Erfahrung, seine Bewegungen unbehindert einsetzen zu können, um aktiv in seiner Umgebung tätig zu werden. Es ist die Zuversicht, dass die Lösung von Problemen in der eigenen Macht liegt. Hat ein Mensch diese Zuversicht erst einmal entwickelt, verlässt sie ihn nie wieder."


Zitate aus dem Buch Das Kind verstehen - Entwicklung und Erziehung von 0-3 Jahren nach Maria Montessori von Silvana Quattrocchi Montanaro.